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Rückenschmerzen

Heilen ohne Schneiden

Die wenigsten suchen bei Rückenschmerzen sofort den Arzt auf. "Wird schon werden" - nach diesem Motto schleppt man sich, mehr oder weniger gebeugt, durch sein Leben. Und wenn es gar nicht aufhört, greift man eben zu Schmerzmitteln. Doch Vorsicht: Die meisten Schmerzmittel greifen die Magenschleimhaut an, sodass es zu gefährlichen Magenblutungen kommen kann.

Wer Schmerzmittel einnimmt, um seine Rückenschmerzen in den Griff zu bekommen, sollte auf jeden Fall erst seinen Arzt ansprechen. Der kann nicht nur das geeignete Medikament verschreiben, sondern auch nach der eigentlichen Schmerzursache fahnden.

Injektion

Die Schmerzen sind unerträglich, man kann kaum stehen, und Tabletten helfen auch nicht. In solchen akuten Schmerzsituationen greifen Ärzte gern zur Spritze. Durch die Injektion schmerzstillender und entzündungshemmender Medikamente blockieren Mediziner die Schmerzweiterleitung der gereizten Nerven oder Nervenwurzeln. Das Ergebnis: Das Gehirn wird nicht mehr informiert, dass im Rücken etwas weh tut. Der Patient ist beschwerdefrei. Die Methode wird vor allem zu Beginn einer Behandlung verwendet. Sie hat sich aber auch im Anschluss an Operationen bewährt.

Chirotherapie

Chirotherapie ist eine alte Heilmethode, die darauf beruht, dass der Therapeut bestimmte Handgriffe anwendet, um schmerzhafte Gelenke, beispielsweise die kleinen Gelenke zwischen den Wirbeln (Zwischenwirbelgelenke), wieder einzurenken. Ein guter Chiropraktiker kann wahre Wunder bei einem von Schmerz gekrümmten Patienten bewirken. Ärzte, die keine große Erfahrung mit der Methode haben und unsicher in der Ursachenfindung der Rückenschmerzen sind, können allerdings auch großen Schaden anrichten, bis hin zu Lähmungen. Deshalb sollte nur ein Therapeut aufgesucht werden, der eine Zusatzqualifikation im Bereich Chirotherapie aufweisen kann. Wer jedoch unter Verdacht steht, einen Bandscheibenvorfall zu haben oder bereits wegen eines Bandscheibenvorfalls operiert wurde, darf sich keiner chirotherapeutischen Behandlung unterziehen.

Entspannung

So banal es auch sein mag, einfache Bettruhe und Schonung ist eine der besten Therapiemaßnahmen. Das gilt in der Regel auch bei Rückenschmerzen.
Bei längerem Bewegungsmangel sind Ärzte allerdings eher skeptisch. Wer sich zu lange schont, bei dem werden die Muskeln schwächer, was Rückenbeschwerden im Allgemeinen eher begünstigt, da die Belastungsfähigkeit abnimmt und die Verletzungsgefahr steigt.
Bei plötzlich auftretenden Kreuzschmerzen oder einem Bandscheibenvorfall kann mehrtägige Bettruhe dennoch angebracht sein. Zur Entlastung der Wirbelsäule können dabei die Beine hochgelagert werden. Mediziner nennen diese Liegehaltung Stufenbettlagerung.
In dieser Position werden unter Umständen die Zwischenwirbellöcher erweitert, aus denen die Rückenmarksnerven austreten, was die Schmerzen deutlich mildert.

Wärme und Kälte

Wärme und Kälte sind seit Jahrhunderten Hausmittel bei Schmerzen. Wärme entspannt verhärtete Muskulatur und steigert die Durchblutung. Dadurch können insbesondere Verspannungsschmerzen gelindert werden. Der Orthopäde nutzt diese Eigenschaften bei der Behandlung mit wärmendem Rotlicht. Kälte wirkt ebenfalls schmerzlindernd. Sie wirkt vor allem sehr schnell, weshalb viele Sportler während eines Wettkampfes darauf zurückgreifen. Kälte nimmt außerdem Einfluss auf die Muskelspannung und wirkt entzündungshemmend.

Physiotherapie

Optimal auf die jeweiligen Beschwerden abgestimmte physiotherapeutische Übungen bauen Muskeln auf, lösen Verspannungen und stabilisieren dadurch die schmerzende Wirbelsäule. Physiotherapie, wie Krankengymnastik jetzt offiziell benannt wird, ist somit das A und O der Rückenschmerzbehandlung. Wer auf Dauer seinen Schmerzen die Stirn bieten will, muss selbst aktiv werden und ein Trainingsprogramm zu absolvieren.

Parallel zu den Übungen sollte auch eine verbesserte Körperhaltung trainiert und gelernt werden. Für die Wirbelsäule schädliche Bewegungen, wie beispielsweise das gebückte Heben einer Last, sollten gemieden werden. Von ungemeinem Vorteil ist, wenn Arzt und Physiotherapeut eng zusammenarbeiten, am besten in derselben Praxis. So ist optimal gewährleistet, dass Übungen und Kontrolluntersuchungen Hand in Hand gehen.

Massage

Eine Massage tut nicht nur gut, wenn sie vom Partner nach einem anstrengenden Tag verabreicht wird. Auch Physiotherapeuten vertrauen der jahrhundertealten Methode. Massage ist eine Kunst, die gelernt sein will, schließlich gilt es, gezielt Druck- und Dehnungsreize auf Haut, Unterhaut, Bindegewebe und Muskulatur auszuüben.

Dadurch wird die Muskulatur entspannt und die Durchblutung gefördert. Häufig lassen dann schon die Schmerzen nach. Allerdings sind Massagen ein rein passives Verfahren. Der Schmerzgeplagte arbeitet nicht mit, baut keine Muskeln auf und ändert dadurch nichts dauerhaft an seinen Rückenproblemen. Die Massage macht daher neben Kälte- und Wärmeanwendungen vor allem als Begleittherapie Sinn, beispielsweise neben der Physiotherapie.

Heilung aus der Steckdose

Einen elektrischen Schlag zu bekommen, ist zwar ungesund, Strom kann aber trotzdem heilsam sein. Bei Rückenschmerzen werden vor allem mittel- und niederfrequente elektrische Ströme zur Behandlung eingesetzt, welche die Schmerzen lindern und zur Muskelentspannung und -durchblutung beitragen. Der Strom wird dabei entweder über auf die Haut aufgebrachte Elektroden oder über Wasser, beispielsweise bei einem Vollbad, zugeführt. Hochfrequente Ströme wie Kurz- oder Mikrowellen schaffen Erleichterung, indem sie das schmerzhafte Gewebe erwärmen. Sie gehören damit eigentlich eher zur Wärmetherapie.

Eine besondere Form der Stromanwendung ist die TENS-Behandlung (transkutane elektrische Nervenstimulation). Dabei kommt der Strom aus einem kleinen Gerät, das der Patient bei sich trägt. Auf diese Weise kann der Strom seine heilende Wirkung länger ausüben, und als Patient ist man nicht in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Angewendet wird TENS vor allem bei lang andauernden chronischen Rückenschmerzen.


Autor: BSMO Redaktion
Stand: 10-03-2002




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