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Pflanzen als Hilfsmittel


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Grüner Tee bei entzündlichen Gelenkschmerzen

US-Mediziner prüfen einen alternativen Therapieansatz, der ebenso häufig wie die Akupunktur bei Gelenkentzündungen eingesetzt wird: traditionelle Pflanzen. Die beschriebenen Heilpflanzen kommen auch in unseren Breiten vor, vornehmlich jedoch als Gewürze.

 

Wohl jeder Hausarzt hat Patienten mit Gelenkentzündungen (Arthritis). Zwei Formen dieser Gelenkerkrankung stehen im Vordergrund: die meistens auf ein Gelenk begrenzte Osteoarthritis, kurz OA und die systemische rheumatoide Arthritis, kurz RA, die, weil sie mehrere Gelenke befällt, auch chronische Polyarthritis heißt. Allein Schmerz, Schwellung und Bewegungseinschränkung belasten die Volkswirtschaft stark. US-Behörden gehen derzeit von 43 Millionen Erkrankten aus.

Sicher ist: Erhöhte Signalstoffkonzentrationen zwischen den Gelenkzellen setzen Entzündungsvermittler frei und fördern den Knorpelabbau. Die Schulmedizin antwortet mit symptomatisch wirkenden Kombinationen aus Schmerzmittel plus Entzündungshemmer, die bei vielen Betroffenen jedoch nicht ausreichend hilft. Im Gegenteil: Selbst neue Mittel zeigen die bekannten Nebenwirkungen im Verdauungskanal.

Katzenkralle und Dreiflügelfrucht

An erster Stelle steht bei den Forschern der Grüne Tee, eine der am häufigsten genutzten Heilpflanzen, die inzwischen auch in westlichen Ländern beliebt ist. Für die Besserung der Beschwerden ist offenbar der hohe Gehalt an Polyphenolen verantwortlich. Erst 1999 zeigten Studien Details zu den Mechanismen, so die Autoren. Demnach bremsen v.a. die Polyphenole den von Zellmediatoren unterhaltenen Entzündungskreislauf.

Ähnlich interessant ist die peruanische Katzenkralle, eine wilde Rebsorte, deren Wurzel reich an Alkaloiden ist. Wässrige Extrakte enthalten v.a. sog. Radikalfänger, die empfindliche Zellbausteine schützen. In Kontrollstudien senkten Extrakte deutlich die Schmerzen in entzündeten Gelenken. Die häufigen, v.a. während der Nacht auftretenden Ruheschmerzen müssen derzeit noch als resistent angesehen werden. Die Autoren verweisen auf Fachgremien, die aufgrund der vielen noch unerforschten Möglichkeiten der Katzenkralle zu maßvollem Einsatz raten. Demnach sollten Schwangere, Stillende und Kleinkinder diese Pflanze meiden.

Ingwergewächse unter der Lupe

Wurzelextrakte aus der Dreiflügelfrucht, einer weinähnlichen Pflanze, deren Heimat Südchina und Taiwan ist, zeigen eine beachtliche Wirksamkeit bei zahlreichen Entzündungen und Autoimmunerkrankungen. Neben der RA sind dies u.a. der Erkrankungen an der Haut (Schuppenflechte, Nesselausschlag), den Nieren und an der Lunge (Asthma).
Besonders Patienten mit hartnäckigen Entzündungszeichen tolerierten die Präparate gut. So brachten Studien mit Dosen über 20 Wochen sichtbare Besserungen des gesamten Geschehens, wobei auch die Laborwerte mitzogen.

Zudem betrachteten die Wissenschaftler zwei Ingwergewächse, die Gelbwurzel und den eigentlichen Ingwer. Der Name Gelbwurzel geht auf die hohe Konzentration gelber Pigmente im Wurzelstock zurück, der äußerlich leicht mit dem des echten Ingwers verwechselt wird. Ihre Haupteinsatzgebiete sind Schnupfen und Erkältung, die allgemeine Wundheilung, Hautinfektionen, Lebererkrankungen, Harnweginfekte und Blutarmut.

Wurzelextrakt reduziert Knieschmerzen

Klinische Studien reduzierten Morgensteife und Gelenkschwellungen bei RA-Patienten. Die Autoren verweisen auf die Schlüsse der Erstuntersucher: Demnach neutralisieren Curcumine Zellsignale, die den Knorpelabbau fördern. Genauere Daten zu Dosierung, Wirkung und Nebenwirkungen sind jedoch erforderlich, um exakte Therapieempfehlungen aussprechen zu können, so die Forscher.

Der eigentliche Ingwer, der längst in der europäischen Küche etabliert ist, blickt auf Jahrtausende in der Medizin des alten China und Japan zurück. Als Wurzelextrakt appliziert, hemmen ätherische Öle, Linolensäure und Mineralien im Zellinnern zahlreiche Stoffwechselschritte, die die Erkrankung unterhalten. Die Reviewer erwähnen eine Forschungsarbeit, in der bei 63% der mit Ingwer Behandelten die Knieschmerzen bei OA merklich nachgelassen hatten.

In die Schlussfolgerungen der Reviewautoren stimmt Prof. Dr. Frank Bahr, Ehrenmitglied der Deutschen Akademie für Ganzheitliche Schmerztherapie (DAGST), ein: "Die konventionelle Arthritistherapie ist bei vielen Patienten nicht effektiv genug, da sie v.a. am Symptom ansetzt statt an der Ursache. Komplementäre Methoden erlauben ein schonendes Eingreifen in das primäre Geschehen. Betroffene sind daher gut beraten, wenn sie sich zu den ganzheitlichen Therapien, zu denen die hier beschriebenen zählen, beraten lassen. Wer das tut, macht ganz sicher keinen Fehler."

Publisher: DAGST

Quelle: Ahmed S et al: Biological basis for the use of botanicals in osteoarthritis and rheumatoid arthritis: a review. The Autor, eCAM 2005;2(3)301-8.




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Autor: BSMO Redaktion
Stand: 21-12-2005



 




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