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Studenten leiden unter ihrem Perfektionismus
Kopfschmerzen sind unter Studenten ein weit verbreitetes Phänomen. Betroffen sind vor allem diejenigen, die alles besonders gut machen wollen. Was Perfektionismus, Stress und chronische Kopfschmerzen bei Studenten miteinander zu tun haben, haben kanadische Forscherinnen untersucht.
Süßes Studentenleben? Von wegen: Wer heute an der Universität erfolgreich sein will, muss mit vielen Schwierigkeiten und Schikanen umzugehen wissen. Dass der Stress vielen Studenten - im wahrsten Sinne des Wortes - Kopfzerbrechen bereitet, belegen Studien: Je mehr Probleme im Studentendasein, desto mehr Kopfschmerzen. Welche Situation sich dem einzelnen jedoch als Schwierigkeit darstellt, hängt oft von individuellen Ansprüchen ab: Wer zum Perfektionismus neigt, empfindet Situationen eher als problematisch.
Ob diese Veranlagung bei Studenten auch deren Risiko für chronische Kopfschmerzen erhöht, haben Wissenschaftlerinnen der Universität von Calgary in Alberta (Kanada) nun untersucht. Die beiden Forscherinnen konfrontierten insgesamt 291 Studentinnen und Studenten mit drei verschiedenen Fragebögen. Darin ging es einmal um die Art und Häufigkeit ihrer Kopfschmerzen, außerdem um typische Widrigkeiten ihres Studentenlebens und um den Anspruch der Studenten an sich selbst.
Von allen befragten Probanden berichteten 62 Prozent, dass sie regelmäßig (also an einem bis zu 15 Tagen pro Monat) an episodenartigen Kopfschmerzen litten. Bei sechs Prozent der Teilnehmer waren die Kopfschmerzen sogar chronisch, traten also an mehr als 15 Tagen im Monat auf. Unter gelegentlichen Kopfschmerzen (weniger als ein Tag pro Monat) litten 24 Prozent der Studenten.
Auffallend war, dass die Studenten mit chronischen Kopfschmerzen über deutlich mehr Widrigkeiten und Probleme berichteten als ihre Kommilitonen. Außerdem neigten diese Studenten stärker zum Perfektionismus. Schließlich verdeutlichte die Datenanalyse, dass die Menge täglicher Schwierigkeiten und das Maß an Perfektionismus ein sicheres Anzeichen darstellten für das Auftreten, die Intensität und Dauer von Kopfschmerzen: Je perfektionistischer die Studenten veranlagt waren, desto regelmäßiger litten sie unter Kopfschmerzen.
Die kanadischen Forscherinnen vermuten, dass die Perfektionisten viele Situationen im Studentenalltag anders wahrnehmen: Weil sie eine Situation viel eher als Problem einstuften als andere Studenten, würden sie sich viel Stress im Grunde selbst produzieren, so die Wissenschaftlerinnen. Vermehrte und sogar chronische Kopfschmerzen seien dann die logische Konsequenz dieses Stresses.
Quelle: Bottos S, Dewey D: Perfectionists´ Appraisal of Daily Hassles and Chronic Headache. Headache (2004); 44(8): 772-779.
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