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Chronischer Schmerz in Europa
Eine Telefonbefragung hat den Ist-Stand bei der Behandlung chronischer Schmerzen in Europa erfasst. Neben Vergleichsdaten kommen grundlegende Probleme ans Licht: 40% der befragten Patienten bezeichnen ihre Therapie als ungeeignet.
Schmerzmediziner in Norwegen stellten vor kurzem die Ergebnisse einer großen Schmerzstudie vor. Die Forscher waren den verschiedensten Schmerzproblemen und ihren Auswirkungen auf den Alltag der Betroffenen nachgegangen.
Am Telefon hatten die Ärzte knapp 46.900 Erwachsene in 15 EU-Staaten und Israel zu ihren Schmerzen befragt. 19% der Teilnehmer litten seit sechs Monaten an ihren Schmerzen und bejahten auch Schmerzperioden in der Woche zuvor und im Vormonat.
Zwei Drittel der Befragten nannten ihre Schmerzen "mäßig", ein Drittel "stark". 46% litten an anhaltenden, 54% an wiederholten Schmerzen. Fast 60% der Patienten klagten seit mehreren Jahren über die Symptome.
Außerdem erfragten die Forscher die Einflüsse der Schmerzen auf den Alltag. So sprachen 21% der Befragten über schmerzabhängige Depressionen, 61% waren nicht voll arbeitsfähig, 19% hatten wegen der Schmerzen den Arbeitsplatz verloren, 13% hatten ihn gewechselt.
Immerhin ein Drittel aller Schmerzpatienten wurde zum Zeitpunkt der Befragung überhaupt nicht behandelt. Zwei Drittel der Patienten gaben an, Komplementärmedizinische Verfahren wie etwa Massagen, Physiotherapie, und Akupunktur zu nutzen. Diese werden entweder allein oder in Kombination mit Medikamenten angewandt. Unter den Schmerzmitteln sind klassische Entzündungshemmer und Opioide am meisten gefragt.
Bedenklich stimmen besonders zwei weitere Zahlen: Während die Zahl "echter" Spezialbehandlungen beim Facharzt (nur 2%) kaum ins Gewicht fällt, geben rund 40% der Befragten an, das bisherige Vorgehen gegen ihre Schmerzen sei ungeeignet.
Publisher: DAGST
Quelle: Breivik H et al: Survey of chronic pain in Europe: Prevalence, impact on daily life, and treatment. Health Technol Assess 2005 Aug:9(32),1-126.





