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Das bekannte Botulinumtoxin, eine Substanz aus dem Bakterium Chlostridium botulinum, zählt zu den wirksamsten natürlichen Nervengiften, die derzeit bekannt sind. Stark verdünnt wird es gegen Schielen, Lidzittern, Störungen der Halsmuskeln und neuerdings gegen Schweißausbrüche eingesetzt.. Hierbei halten die Besserungen z.T. monatelang an, bevor eine Wiederholung notwendig wird. Jüngsten Veröffentlichen zufolge soll das Gift auch bei solchen Muskelstörungen wirken, die mit Kopfverletzungen, Schlaganfällen und Hirnlähmungen verbunden sind.
Seit einigen Jahren steigt zudem das Interesse, die Substanz auch als Schmerzmittel einzusetzen, wobei Muskelschmerzen im Vordergrund stehen. Zahlreiche Arbeiten berichteten bereits von überwiegend guten Ergebnissen.
Der Schmerzmediziner Stephen E. Abram aus Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin, unterzog die neuere Literatur diesbezüglich einer kritischen Prüfung.
Nur wenige Arbeiten, so Abram, weisen der Therapie mit Botulinumtoxin einen tatsächlichen, klinisch messbaren Nutzen gegen Muskelschmerzen nach. Zwar schildert Abram die Ergebnisse einzelner Arbeiten, die u.a. darauf hinweisen, das das Gift wichtige Überträgerstoffe zwischen Muskel und Nerv hemmt. Allerdings habe z.B. eine größere Arbeit mit insgesamt 132 Schmerzpatienten weder eine deutliche Schmerzsenkung, noch Einsparungen klassischer Schmerzmedikamente erbracht.
Abram zufolge zeigt schon die Patientenauswahl bei vielen Studien Schwächen. So liege häufig kein echtes Muskelschmerzsyndrom vor, oder die Schmerzen seien Folge von Nervenwurzel- und Gelenkerkrankungen, die der eigentliche Zielpunkt der Behandlung sein müssten. Abram bemerkt abschließend, die Indikationen, Injektionstechniken, Dosierung und Effektivität des Botulinumtoxins sollten künftig klarer definiert werden.
Publisher: DAGST
Quelle: Abram SE: Does Botulinum Toxin Have a Role in the Management of Myofascial Pain? Anesthesiology 2005;103:223-4.
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