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Magnetfeld gegen Arthroseschmerzen - Wirksam bei Kniearthrose

Wieder setzt ein internationales Ärzteteam niederfrequente Magnetfelder erfolgreich gegen Kniearthroseschmerzen ein. Obwohl den Forscher beachtenswerte und anhaltende Besserungen der gesamten Gelenksituation gelingen, stößt das Verfahren bei vielen Schulmedizinern noch immer auf Ablehnung.

Für jede Arthrose gilt: Stets kommt es zu einer fortschreitenden Zerstörung des Gelenksknorpels. Innere und äußere Faktoren können diese Knorpelschäden auslösen und auf Dauer unterhalten. Dazu gehören Stoffwechselstörungen, Alterungsprozesse und Übergewicht. Üblicherweise setzt der Arzt zunächst auf eher symptomatische Maßnahmen, hauptsächlich physikalische Therapien sowie Schmerzmittel und Entzündungshemmer.

Seit einiger Zeit weiß man, dass physikalische Reize den Stoffwechsel von Knorpelzellen aktivieren können - darunter Niederfrequenzmagnetfelder, wie sich in Labortests gezeigt hat. Bei Zusatz bestimmter Signalproteine, den Wachstumsfaktoren, kam es sogar zu Neubildung und Vermehrung der Zellen. Seither diskutieren Forscher diese Maßnahmen eingehend, wobei bislang mehrere wissenschaftliche Studien teilweise beachtliche Besserungen zeigen konnten.

Pro Tag 16 Minuten im Magnetfeld

Eine deutsch-österreichisch-slowenische Ärztegruppe testete vor kurzem erneut das Verfahren. Insgesamt 71 erwachsene Kniearthrosepatienten nahmen die Forscher in ihre kontrollierte Untersuchung auf. Dabei musste mindestens eine der zwei Kniegelenkspalten im Röntgenbild auf weniger als 3 mm verengt sein. Die Teilnehmer durften ihre übliche Standardmedikation wie gehabt fortsetzen.

Die "echte" Therapie (Testgruppe, 35 Teilnehmer) umfasste eine ambulante Magnetfeldtherapie über insgesamt sechs Wochen, wobei die Patienten einmal pro Tag für 16 Minuten in Ruhelage jeweils zu derselben Tageszeit behandelt wurden. Die Scheintherapie (Kontrollgruppe, 36 Teilnehmer) verwendete äußerlich identische Geräte, die jedoch kein Magnetfeld erzeugten. An die Therapiephase schloss sich ein Beobachtungszeitraum von vier Wochen an.

37% Schmerzsenkung, bessere Labor- und Blutdruckwerte

Die Kontrollwerte der Forscher: Schmerzstärke, Beweglichkeit und Funktionstüchtigkeit der erkrankten Kniegelenke. Der Messung dienten international übliche Schätzskalen und Standardfragebögen. Außerdem ließen die Forscher Messungen des ersten (systolischen) Blutdruckwertes und zwei laborchemischer Entzündungsproteine (CRP, P-Fibrinogen) in ihre Analyse einfließen.
83% aller Teilnehmer litten beidseitig an Kniearthrose, 14% nur rechts, 3% nur links, weshalb die Ärzte nur den Verlauf am stärker erkrankten Gelenk beobachteten. Der Anteil Übergewichtiger (55%) war auffällig hoch, das Durchschnittsalter lag bei 60 Jahren.

Bereits in der vierten Woche zeigte sich in der Testgruppe eine mittlere Schmerzsenkung um 25%, nach weiteren zwei Wochen lag der Wert bei 37%. Nach sechs Wochen (Therapieende) stellten die Forscher einen deutlichen Unterschied im Vergleich zu Kontrolle und Ausgangslage fest. Diese Änderung verlor sich langsam während der Nachbeobachtung. Dem entsprach eine ebenfalls sichtbare Besserung der Laborwerte und - für die Autoren unerwartet - des Blutdrucks, der deutlich sank, während er in der Kontrollgruppe stieg.

Blutdrucksenkung per Nerv oder Hormon

Abschließend diskutieren die Autoren die Ergebnisse ihrer Untersuchung und stellen Zusammenhänge zu bereits vorliegenden Fakten her. Sie konstatieren einen klaren Vorteil der Magnetfeldtherapie auch im Hinblick auf die niedrige Nebenwirkungsrate, der "unter Kosten-Nutzen-Aspekten umso größer sein könnte, je länger die Therapie eingesetzt" wird. Sie betonen die geringen Kosten des Verfahrens und weisen darauf hin, dass die Wirksamkeit weiter erhöht werden könne, wenn man die Therapie verlängere.
En détail befassen sich die Autoren mit den Wegen, auf denen die Blutdrucksenkung beruhen könnte, wobei sie sowohl nerven- als auch hormongesteuerte Mechanismen für denkbar halten.

Für die noch immer auffällige Zurückhaltung vieler Schulmediziner gegenüber der Magnetfeldtherapie könnte, so die Forscher, der sichtbare Mangel an aussagekräftigen Studien verantwortlich sein, ebenso jedoch die derzeitige Unkenntnis darüber, welche Mechanismen tatsächlich in die bislang gemessenen Effekte eingebunden sind.
Die Autoren halten fest: Die Magnetfeldtherapie kann Kniearthrosepatienten wirksam helfen, indem sie deren Schmerzen deutlich lindert und die Gelenkfunktion sichtbar bessert, was sich in einem Gewinn an Lebensqualität niederschlägt.

Dazu meint Prof. Dr. Frank Bahr, Ehrenmitglied der Deutschen Akademie für Ganzheitliche Schmerztherapie (DAGST): "Die hier geschilderte Zurückhaltung gegenüber der Magnetfeldtherapie ist auch uns gut bekannt. Wir arbeiten nach Kräften daran, vorhandene Vorurteile abzubauen. Zum Glück erlebe ich immer wieder, dass die Mehrheit der Schmerzpatienten neuen Therapien weit aufgeschlossener entgegentritt als große Teile der Ärzteschaft. Die vorliegende Arbeit zeigt sehr anschaulich, wozu ganzheitliche Therapien in der Lage sind, wenn sie am rechten Platz eingesetzt werden."


Publisher: DAGST


Quelle: Fischer G et al: Adjuvante Behandlung der Gonarthrose mit schwachen pulsierenden Magnetfeldern. Z Orthop 2005;143:544-50.


Autor: BSMO Redaktion
Stand: 22-11-2005




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