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Biofeedback & Co.


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Alternative Verfahren

Nicht-medikamentöse Verfahren haben einen zentralen Stellenwert in der Schmerztherapie. Schmerz-Experten stellen sie individuell zusammen, weil ihre Notwendigkeit und Wirksamkeit sowohl von der Schmerzerkrankung als auch von der speziellen Situation des Patienten abhängt. Die Methoden tragen dazu bei, Schmerzen zu lindern und den Schmerzmittel-Verbrauch zu senken.

 

In der Behandlung chronischer Schmerzen spielen zusätzlich zu den medikamentösen auch nicht-medikamentöse Methoden eine wichtige Rolle. Zu ihnen gehören neben Akupunktur und TENS vor allem psychologische Behandlungsmethoden, Entspannungsverfahren, physikalische Maßnahmen und Krankengymnastik.

Einerseits können diese Verfahren dazu beitragen, insbesondere bei langfristiger Therapie die notwendige Dosis der Schmerzmittel und damit deren Nebenwirkungen zu senken. Und andererseits ermöglichen sie - anders als Medikamente - eine ursächlichere Behandlung der Schmerzen. Denn insbesondere bei der Chronifizierung von Schmerzen spielen sehr viele Faktoren eine Rolle (s. auch Schmerzentstehung), beispielsweise der psychische Umgang mit den Schmerzen, der schmerzbedingte Stress und die ständige Verspannung der Muskulatur in den betroffenen Regionen. Und an diesen Punkten greifen die nicht-medikamentösen Verfahren an. Daher sind sie aus den ganzheitlichen, so genannten multimodalen Therapiekonzepten der modernen Schmerztherapie inzwischen nicht mehr wegzudenken.

Psychologie beeinflusst Schmerzempfinden

In der Psychologie gibt es verschiedene Behandlungsmethoden, die speziell auf die Bedürfnisse von Schmerz-Patienten zugeschnitten sind. Je nach individueller Situation und Methode verfolgen sie die Ziele, die Schmerzerkrankung besser zu bewältigen und anzunehmen, den Schmerz aktiv positiv zu beeinflussen, Hilflosigkeit, Resignation und Depressionen abzubauen, schmerzförderndes Verhalten umzustellen und dem Patienten trotz Erkrankung ein aktives, zufriedenes Leben zu ermöglichen.

Von Biofeedback bis Hypnotherapie

Zu den psychologischen Verfahren gehören auch die Muskelentspannungsverfahren. Häufig angewendet wird beispielsweise die progressive Muskelentspannung nach Jakobson. Hierbei lernt der Patient, in einer entspannten Lage nacheinander bestimmte Muskelgruppen anzuspannen und wieder zu entspannen. Auf diese Weise lässt sich der Schmerz lindern, weil Verspannungen besser erkannt und reduziert werden können. Außerdem macht der Patient die Erfahrung, sich Zeit für sich zu nehmen und etwas gegen den Schmerz unternehmen zu können.

Eine weitere Methode stellt die Hypnotherapie dar. Bei diesem Verfahren fördert der Patient mit Hilfe von Vorstellung und Autosuggestion seine eigenen Kräfte gegen den Schmerz. So lernen nach Angaben der Selbsthilfeorganisation Deutsche Schmerzliga beispielsweise kleine Kinder mit Kopfschmerzen, sich bei zu großen Belastungen vorzustellen, unter einem schützenden Schirm zu sitzen. Haben sie sich erholt, klappen sie den Schirm (in Gedanken) einfach wieder zu. Auch diese Methode kann der Patient nach einigem Üben alleine anwenden.

Das Biofeedback bietet dem Patienten schließlich die Möglichkeit, bestimmte Vorgänge im Körper gezielt zu beeinflussen. Hierfür benötigt er ein spezielles Gerät, das ihm die entsprechenden Körperfunktionen darstellt. Auf diese Weise lassen sich mit Übung beispielsweise Atemfrequenz, Herzfrequenz und Muskelspannung besser kontrollieren. Und bei Migräne gibt es den Ansatz, Dehnung und Verengung der Kopfschlagader willkürlich zu steuern.

Wärme, Kälte und andere physikalische Methoden

Bei den physikalischen Methoden wird vor allem auf passivem Wege versucht, die Schmerzen positiv zu beeinflussen. Im Falle chronischer Schmerzen stellt die Anwendung von Wärme (Thermotherapie), beispielsweise in Form von Fangopackungen, Wärmflaschen, oder Infrarotlicht, eine übliche Methode dar. Sie führt unter anderem dazu, dass die Muskulatur entspannt und die Durchblutung zunimmt.

Insbesondere bei akuten, aber auch bei bestimmten chronischen Schmerzen kommt häufig auch Kälte (Kryotherapie), beispielsweise als Kältespray oder Eisumschlag, zum Einsatz. Durch sie lässt die Geschwindigkeit der Schmerzweiterleitung nach. Außerdem ziehen sich die Blutgefäße zusammen, was der Bildung von Schwellungen entgegenwirkt. Des Weiteren laufen entzündliche Prozesse langsamer ab und schließlich kann die Kälte - wie Wärme - dazu beitragen, dass die Muskelspannung nachlässt.

Teil- oder Ganzkörpermassagen ergänzen die physikalischen Methoden. Hier werden beispielsweise durch Kneten, Streicheln oder Klopfen die Haut, die Muskulatur und das Bindegewebe mechanisch positiv beeinflusst.

Krankengymnastik erfordert aktive Mitarbeit des Patienten

Insbesondere bei chronischen Schmerzen des Bewegungsapparates sind darüber hinaus krankengymnastische Maßnahmen sehr wichtig, die der Patient regelmäßig aktiv durchführt. Denn in vielen Fällen - etwa bei den meisten Rückenschmerzsyndromen - lassen sich durch eine muskelentspannende und muskelaufbauende Krankengymnastik die Schmerzen lindern. Und nicht nur das: Die Krankengymnastik hat außerdem einen positiven Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System.

Quellen:

Therapie chronischer Schmerzen. W. Striebel, Schattauer Verlag, Stuttgart, 2002.

Behandlung chronischer Schmerzzustände in der Praxis. H. Kayser, Uni-Med Verlag, Bremen, 2001.

Lehrbuch der Schmerztherapie. Hrgs: M. Zenz, I. Jurna, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2001.


>> www.schmerzliga.de
>> www.schmerz-arzt.de




 
Autor: BSMO Redaktion
Stand: 15-06-2004



 




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